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Buch schreiben - Erzählformen

27. Februar 2006 um 10:49

Hallöchen,

kennt sich Jemand damit aus, welche Erzählformen Sinn machen, grad bei einem autobiographischen Roman? Ich überleg hin und her...

Welches sind die Vorzüge, was lässt den Leser mit der Hauptperson am besten identifizieren?

Um Tipps wär ich sehr ergeben

Anjuni

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2. März 2006 um 14:53

Hi
ich fände es spannend eine autobiographi aus der sicht eines stillen beobachters zu lesen.

entweder eine neutrale person oder vielleicht aus der eines tieres...

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6. März 2006 um 15:15

Autobiographie
... impliziert ja, dass in der ersten person erzählt wird, wie schon unten von jemand anders gesagt wurde.
vielleicht könntest du die erste person ja in mehrere personen aufteilen - beispielsweise könnte der ich-erzähler mal eine alte person sein, die retrospektiv auf das zurückblickt, was sie erlebt hat (= distanz zu der geschichte, nachträgliche rekonstruktion), und dann wieder die person genau zu dem zeitpunkt, zu dem das passiert, worüber sie erzählt (noch keine distanz, große emotionale involviertheit); vielleicht könntest du auch noch eine dritte perspektive einflechten, in der der ich-erzähler ein kind oder jugendlicher ist, das/ der mögliche zukünftige ereignisee und erlebnisse projiziert und sich ausmalt. Man hätte dann eine brechung des erzählenden Ichs, was bestimmt sehr interessant wäre, weil die selbe geschichte aus verschiedenen perspektiven erzählt würde; dann hätte man die möglichkeit, auf einer meta-ebene den konstrukt-charakter von geschichten zu verdeutlichen - dass man beim erzählen eben nicht die wirklichkeit abbildet, sondern nur ausschnitte daraus aussucht, unter bestimmten gesichtspunkten, und dass jede geschichte eben nur eine von unendlich vielen möglichen geschichten ist.

du könntest vielleicht auch mit einer kombination verschiedener genres spielen - zum beispiel könntest du ein ereignis vom ich-erzähler beschreiben lassen und das gleiche ereignis als zeitungsbericht integrieren. oder tagebucheinträge,briefe, mündliche gespräche, rückblickende erzählungen über das gewesene verbinden.

Oder du könntest dich von Max frisch inspirieren lassen: in "mein name sei gantenbein" erfindet der ich-erzähler verschiedene identitäten für sich selbst und spielt mögliche leben durch. sehr interessant!!!

oder eben nicht autobiographisch, sondern biographisch. da würde mir als beispiel von alice walker "possessing the secret of joy" (den deutschen titel weiß ich leider nicht) einfallen: erzählt wird die geschichte eienr frau, die an den folgen weiblicher genitalverstümmelung leidet - und zwar aus ihrer eigenen perspektive und aus der von verschiedenen anderen persoen (freunde und bekannte dieser frau). jedes kapitel wird aus einem anderen blickwinkel erzählt. das unterstützt die vorstellung, dass identität eben nicht in der person, um die es geht, allein liegt, sondern im spannungsfeld mit anderen personen, deren vorstellungen und bilder, entsteht - dass es also gar nicht eine feste, vorgegebene identität gibt, sondern dass sie sich wie ein mosaik aus vielen kleinen bestandteilen, verschiedenen innen- und außenperspektiven zusammensetzt, die zusammen auch wieder nur einen bruchteil der ganzen person darstellen können. ich finde, das beschäftigt den leser, der zu viel mehr mitarbeit beim lesen angeregt wird und auch über die frage, was eigentlich identität ist und wie identität und erzählen zusammenhängen, nachzudenken angeregt wird. Und ich persönlich benutze gern mein hirn beim lesen !!!

so, vielleicht konnte ich dich ja die auf eine oder andere idee bringen; viel spaß beim schreiben!!!

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