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Stellungnahme: Aufklärung und Sturm und Drang - ein Gegensatz ?

16. Januar 2006 um 14:58

Hi,

genau das ist die Frage die ich nächste Deutschstunde behandeln muss.

Könnt ihr mir da helfen ?
Was meint ihr, gehören Sturm und Drang und Aufklärung zusammen oder ist es eher genau ein Gegensatz?

MFG

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16. Januar 2006 um 16:25

Nicht wirklich...
...der "Sturm und Drang" war vorbereitet und beeinflußt durch die Epoche der "Aufklärung".

Die Dichter des S+D, die vorwiegend der Mittelschicht und dem Kleinbürgertum entstammten, stimmten den Aufklärern im Protest gegen die absolutistischen Obrigkeiten in den deutschen Staaten (Deutschland war zersplittert in Königreiche und viele kleine Herzogtümer, Bistümer, Reichsstädte) überein, sie warfen den Aufklärern jedoch auch ihre Arroganz gegen das einfache Volk vor und waren zudem in der Auflehnung gegen die "verkrusteten" Traditionen in Kunst und Literatur radikaler.
Denn die Aufklärer hatten die Vernunft über das Gefühl gestellt und in erster Linie die moralische Bildung des Lesers vor Augen: Literatur sollte den Leser erhellen und seine Vernunft wecken.
Der Sturm und Drang war aber, bei aller Übereinstimmungmit den politischen Zielen der Aufklärer, in erster Linie eine literarische Strömung.
Die "Stürmer und Dränger" waren die "jungen Wilden", die sich mehr künstlerische Freiheiten nahmen und sich nicht dem strengen Regelwerk der Aufklärer unterwarfen.
Sie hielten es eher mit Rousseau, der sagte:
"Gefühl ist mehr als Denken" - also emotio statt ratio.

Phyllisgrüße

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